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"Manege frei" lautete das Motto der Zirkuswoche im März 2006
- Zirkus zum Anfassen und Mitmachen -

Der Zirkus hatte am Wochenende sein Zelt auf dem Schulhof aufgebaut. Eine Woche lang wohnten und arbeiteten die Artisten der Zirkusfamilie Payazzo auf dem Schulgelände und boten den Schülerinnen und Schülern so einen einzigartigen Zugang zur Zirkuswelt. Sie tauchten ein in diese spannende Welt voller Akrobatik, Zauberei und Fakirkunst.

In wenigen Tagen wurde unter Anleitung des Teams vom Zirkus "Payazzo" ein manegereifes Programm auf die Beine gestellt, das am Samstag allen Freunden und Verwandten präsentiert wurde. Geheimnisvolle Magie, beeindruckende Fakirkünste, atemberaubende Artistik und spaßige Clownereien waren die unterhaltsamen Bestandteile der Zirkuswoche.

Täglich haben unsere Kinder in altersgemischten Gruppen im echten Zirkuszelt an ihren Kunststücken geübt. Es gab Seilspringer, Schlangenbeschwörer und Feuerschlucker, Trapez- und Bodenakrobaten, Artisten am Vertikalseil und nicht zu vergessen die Zauberer und Clowns. Gemeinsam mit den Zirkusartisten studierten sie ihre Darbietungen als Artist, Zauberer, Fakir oder Clown ein.

In einer Art "Casting" testete das Payazzo-Team, ob der anfängliche Mut von Dauer ist. Da gab es schon erkennbar das eine oder andere weiche Knie, bevor es zum ersten Hautkontakt mit dem Feuer kam. Doch eine Blöße wollte niemand vor den Klassenkameraden zeigen. Sichtlich um einige Zentimeter gewachsen marschierten die angehenden "Feuerspucker" in die Reihe der Mitschüler zurück.

Keine Angst vor wilden Tieren galt es auch bei der ersten Konfrontation mit der großen Pythonschlange zu zeigen. Die erwies sich als friedlich und ließ sich gern von den Kindern herumtragen.

Nach diesen Nagelproben stiegen unsere Kinder so richtig ins Zirkustraining ein. Atemberaubende Artistik am Vertikalseil, die Späßße der Clowns und das Geschick der Zauberer sollten bei den geplanten zwei Vorstellungen am Wochenende die Besucher im nostalgischen Zirkuszelt unterhalten. Die Kinder wollten ihre neuen Fähigkeiten Eltern, Geschwistern, Verwandten und Freunden gegenüber demonstrieren.

Am Samstag hieß es dann: Manege frei ...

Der Duft von frischem Popcorn zog durch das Zirkuszelt mit dem blauen Himmel. Kinder und Erwachsene warteten gespannt auf den Beginn der Vorführung im Circus Payazzo. Und als es dann endlich losging, fieberten viele dem Auftritt der Jungen und Mädchen unserer Schule entgegen. Die Kinder spielten am Samstag die Hauptrolle, und da war nicht nur die Aufregung bei den aktiven Kindern groß. Eltern und Geschwister drückten die Daumen und waren am Ende mächtig stolz.

Auch wenn der Zirkus keine Tiere in seinen Vorführungen hat, ist Spannung und Unterhaltung garantiert. Besonders die Artisten sorgen für atemberaubende Momente, wenn sie in schwindelnden Höhen nur noch mit dem Fuß am Seil hängen und ihre Körper elegant verbiegen. Dass man auch mit zig Hula-Hoop-Reifen um den Körper gut aussehen und die Ringe auch mit Hilfe der kreisenden Bewegungen in der Luft halten kann, zeigte ein echtes Zirkuskind und begeisterte vor allem die Mädchen im Publikum. Besonders charmant war eine erst achtjährige Artistin mit tollen Übungen auf einem Halbmond. Die Dürerschulkids hatten im Vorfeld fleißig trainiert und zeigten nicht nur artistische Kunststücke, sondern auch allerhand Spannendes á la Harry Potter und eine lustige Clownnummer. Feuer spucken gehörte genauso zum Programm wie Balancieren am Vertikalseil. Pfiffig und recht selbstbewusst bewegten sich die Jungen und Mädchen in der Manege; es war eine Freude, ihnen zuzusehen. Das Proben hatte sich gelohnt.

Bilder der Veranstaltung gibt's in unserer Galerie.

Pädagogische Ziele des Projekts

Das Wesentliche der Zirkuspädagogik ist ihr ganzheitlicher Ansatz. Bei den Kindern werden die motorischen, psychischen, sozialen und kognitiven Fähigkeiten gefordert und gefördert. Diese Aspekte werden mit dem wohl wichtigsten Motivationsfaktor "Spaß" – verknüpft. Deshalb ist Zirkuspädagogik so erfolgreich.

Die Erreichung von sportlichen Höchstleistungen ist NICHT das Ziel und daher war das Zirkusprojekt für alle Kinder, sportliche oder unsportliche, gleichermaßen ein unvergessliches Erlebnis.

Auch der Klassenunterricht stand ganz unter dem Motto Zirkus, das in alle Fächer Eingang fand. Das fächerübergreifende Projekt verknüpft in neuer Form die Vermittlung von Unterrichtsinhalten mit dem praktischen Lernen durch Projektarbeit. Ein solches anwendungsbezogenes Lehr-Lern-Konzept fördert Kompetenzen, die für die spätere Ausbildung notwendig sind, stärkt das Selbstbewusstsein und ermöglicht vielen Kindern einen ersten Zugang zu eigener künstlerischer Betätigung.

Aus Kindern wurden Artisten...

Der Funke ist übergesprungen - standing ovations für die gelungenen Darbietungen der Dürerschulkids! Wie schafften es die Mitarbeiter eines Familienzirkusses, mit den Kindern und Lehrern in nur einer Woche eine derart spannende Show auf die Beine zu stellen?

Nur wenn alle Hand in Hand arbeiten, kann die Übung gelingen. Unser Projektkonzept schaffte Synergieeffekte zwischen allen Akteuren und motivierte dazu, die Stärken in sich und den Mitartisten zu entdecken. Der Zirkus erschien vordergründig als ein Spiel.